Was mich am Mama-Job echt fertig macht // Antennen auf Alarm 24/7

Seit ich Kinder habe, ist mein Leben anders. Vor allem aber anders, als ich es selber gedacht hätte und es mir vorstellen konnte.

Ich war ja so organisiert in meinem Leben VOR den Kindern. Ach was war ich stolz darauf, das ich eigentlich nie eine Aufgabe vergessen oder eine Präsentation zu spät abgegeben habe. Vorbereitung und Planung ist war alles.

Dachte ich, bis ich Kinder bekam….

Nichts ist mehr planbar

Denn auf einmal ist nichts mehr planbar, keine Aufgabe wird ohne Störung fertig, geht euch das auch so? Von einem Tag auf den anderen, zack, musst du komplett umdenken.

Nehmen wir nur mal eine ganz simple Aufgabe, wie das Wäsche aufhängen im Keller. Früher kein Problem. In den Keller gehen, aufhängen, fertig!

Heute ruft genau in dem Moment aus dem Dachgeschoß dein kleinstes Kind von der Toilette und du rennst hoch, 3 Stockwerke, um Schlimmeres zu verhindern. Währenddessen klingelt natürlich unten der Paketbote an der Tür und du darfst dir jetzt überlegen, was schlimmer ist: Paket am nächsten Tag bei der Post abholen oder Kind allein auf der Toilette lassen….Auf deinem Rückweg in den Keller triffst du auf Kind 2 und 3, die noch schnell eine Frage zu den Hausaufgaben haben oder ein Kunstwerk vorzeigen, welches bewundert werden muss. Unten angekommen fällt dir sofort der volle Geschirrspüler auf und es geht weiter mit der Küchenarbeit. Abends wenn dann der Mann aus dem Keller fragt, was denn das da Merkwürdiges ist mit der Wäsche, so halb fertig und halb in der Maschine, fällt dir dann wieder ein, dass du mit der Aufgabe heute Mittag ja noch gar nicht fertig warst. Super. Ich bin dann immer total von mir selber genervt, dass ich so eine einfache Aufgabe den ganzen Tag nicht geschafft, ja sogar vergessen habe. Genau das höre ich dann auch aus dem Tonfall meines Mannes. Ja genau, FRÜHER war ich mal gut organisiert. Als ich nur für mich allein verantwortlich war und Dinge ohne Störungen zu Ende denken und durchführen durfte…

24 Stunden /  7 Tage im Dauereinsatz

Irgendwie stresst es mich emotional wirklich sehr, zu wissen, dass ich 24 Stunden, 7 Tage die Woche quasi immer im Alarm Modus arbeite.

Egal, ob ich selber bei der Arbeit bin, nur beim Einkaufen oder dringend etwas im Home Office fertig machen muss. Immer fühle ich mich gehetzt und das latente Damoklesschwert schwebt über mir. „Der Kindergarten könnte anrufen!“ Und sei dir sicher, wenn etwas wirklich Wichtiges dringend fertig werden muss oder du selber einen Arzttermin hast, dann ruft der Kindergarten an oder die Schule. Zumindest habe ich die letzten 7 Jahre das Gefühl, dass es sich so verhält. Natürlich ist im Vergleich zur Gesundheit meiner Kinder nichts anderes wichtiger aber manchmal wünschte ich mir eben, dass der Magen-Darm-Virus sich nicht die Woche aussucht, in der ich so viele Termine habe oder meine Zahnkrone bekomme.

Auch nachts blinkt das Babyphone und meine Ohren stehen auf Empfang für jedes Geräusch aus den Zimmern der Kinder. Erholsamer Schlaf sieht irgendwie anders aus aber das habe ich wohl verlernt in den letzten Jahren. Wenn ich mal ausnahmsweise eine Nacht irgendwo allein bin, schrecke ich auch hoch und überlege, ob da nicht ein Kind geweint hat. Selbst unter der Dusche höre ich manchmal ein Kind weinen, wenn gar keins im Haus ist. Verrückt, oder? Kennt ihr das? So Phantomgeräusche. So ähnlich wie das Schuckeln des Einkaufswagens, wenn man das erste Mal ohne Kinderwagen zum Einkaufen geht.

Sisyphus lässt grüßen

Kennt ihr eigentlich diesen lustigen bzw. eigentlich ja eben genau nicht lustigen Mann, der immer wieder den Stein auf den Berg rollen muss? Ja genau, den meine ich „Sisyphus“! Genau so, komme ich mir übrigens fast jeden Tag zu Hause vor.

Egal, ob ich gerade einen Haufen Legosteine in dem einen Zimmer aus dem Weg geräumt habe, höre ich parallel, wie die ganze Playmobilkiste im anderen Zimmer ausgeschüttet wird. Wie eine Furie laufen ich dann rüber und rufe „das habe ich doch eben erst aufgeräumt, weil ich jetzt saugen will!“

Währenddessen hat natürlich Kind 3 die Chance genutzt und im ersten Zimmer die Legosteine fein säuberlich auch alle wieder aus der Kiste geholt.

Grmmpfffhhhhh!!! Alles auf null und wieder von vorne anfangen, wie vor 30 Minuten auch.

Ja, normalerweise räumen wenigstens die Großen ihre Zimmer selber auf aber manchmal bin ich auch froh, wenn sie einfach nur rechtzeitig auf dem Schulweg sind und dann räume ich die Sachen lieber schnell selber weg. Ist falsch aber manchmal für den Zweck einfacher.

Auch mein abendliches Ritual im Sommer nochmal den Garten aufzuräumen und danach alle Pflanzen zu gießen wird neuerdings von 3 kleinen Geistern konterkariert. Da hatte ich gerade alles fertig und wollte nur noch mal eben schnell die Wäsche im Keller aufhängen, schwupp….waren die 3 Geister wieder im Garten und das ganze Spielzeug lag wieder genau so verteilt herum wie vorher.

Ähnlich sisyphusartig verhält es sich natürlich mit Essensresten und Co. im Wohnzimmer und Esszimmer. Wenn gerade alles sauber ist stolpert garantiert ein Kind mit einem Glas Milch oder aber es werden Knäckebrote zu fein säuberlichen Krümeln zerhackt, die in den Sofaritzen landen. AHHH!!! Krise. Wieder einmal nicht schnell genug hingeschaut und „STOPP“ gerufen, denn leider hat man sogar als Mutter noch keine Augen hinten. Das wäre mal eine tolle Evolutionsgeschichte für Mütter.

4 Hände und zusätzliche Augen am Rücken!

Ich weiß, ich sollte mich darüber weniger ärgern aber es gibt eben Tage, da hörst du es nur so krachen, poltern und schreien, wenn du dich nur umdrehst und an eben diesen Tagen will ich mich dann auch mal ärgern dürfen und bockig sein.

Besonders schön ist es natürlich auch noch dann, wenn du weißt, dass dein Kind, mit Absicht direkt die Zuckerdose in der Küche ausschüttet, nachdem du dort gerade gewischt hast. Ich sag nur „Hurra, willkommen in der Trotzphase!“

Kennt ihr das eigentlich auch, dass ihr manchmal in solchen Situationen sogar selber zum trotzigen Kind werdet mit Wutausbrüchen und Co.? Ich neige da leider auch zu und habe darüber neulich einen sehr interessanten Artikel hier gelesen. Falls Euch das also auch interessiert, welche Tipps und Tricks es dagegen gibt, lest da mal rein. Fand ich ganz spannend und hilfreich.

Herzlichst, eure Zwillingsmama Michi

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