Tschüß Krippe- hallo Kindergarten: „Mama, ich bin ein großes Mädchen!“

Meine kleine, große Tochter, sie steht am Fenster des Kindergartens, lacht und winkt und ich … ich könnte grad heulen.

Dann stehe ICH zu Hause hinter dem Fenster und gucke, ob ich sie im Garten des Kindergartens spielen sehen kann. Zu meinem Glück und wiederum auch Pech wohnen wir nämlich genau gegenüber.

Aber noch einmal zurück zum Anfang: Eigentlich war mein Baby doch gerade erst geboren und dann kam auch ganz plötzlich im April 2016 schon der erste Tag in der Krippe. Wahnsinn, ein ganz großer Schritt in einem kleinen Leben. So klein war sie, alle anderen konnten schon Laufen. Ich hatte immer Angst, dass ihr jemand auf die Finger tritt. Ja und dann? Dann war sie auf einmal eine von den Großen. Schwupp-Zeitreise.

Von jetzt auf gleich wird sie mir beim Abholen aus der Krippe mit den Worten „ Sie braucht jetzt keine Windeln mehr“ übergeben. WAAAAS?? Denke ich mir, sie ist doch eben erst 2 Jahre alt geworden. Dafür haben ihr Schwestern doch viel länger gebraucht.

Der nächste Schritt kam im Sommerurlaub, sie will nicht mehr in ihrem Babybett schlafen, sondern so wie es große Mädchen eben machen: bei ihren Schwestern mit im Zimmer.

Ich habe jetzt übergangsweise ein Matratzenlager eingerichtet, um zu testen, ob das auch klappt. Aber ich muss sagen, es hat bisher wirklich nur Vorteile. Sie hat sich dadurch auch direkt ihre Milchflasche abgewöhnt, die sie morgens immer noch gern mal um 5 oder 6 Uhr getrunken hat.

Also schon der nächste Schritt. Windel weg, Flasche weg. Jetzt fehlt ja nur noch der Schnuller, hurra!!!

Unser Plan ist jetzt ein Kinder-Familienbett neben dem großen Familienbett, was wir 2015 schon gebaut haben. Davon erzähle ich Euch auf jeden Fall in einem der nächsten Berichte und werde euch sicher auch viele Bilder davon zeigen.

Doch zurück zum Thema : Ich bin jetzt ein großes Mädchen

Auf einmal ist der letzte Tag in der Kinderkrippe gekommen. Es ist Donnerstag und meine Maus ist ganz aufgeregt. Sie bringt Brezel zum Abschiedsfrühstück mit und bekommt eine tolle Mappe mit allen Basteleien und vielen Fotos feierlich überreicht.Krippenabschied

Als ich sie abhole, muss ich wirklich eine Träne wegdrücken. Aber warum eigentlich? Weil mein kleinstes Kind jetzt auch einen weiteren, großen Schritt Richtung Selbständigkeit geht? Die letzte Stufe vor der Schule? Nein, das kenne ich ja von den Zwillingen auch schon, das ist es irgendwie nicht.

Es ist schlicht und einfach der Abschied von liebgewonnenen Menschen.

Für uns Mütter ist das, glaube ich, meistens noch viel schlimmer als für die Kinder. Für die Kinder startet einfach etwas Neues. Etwas Tolles, Spannendes. Sie werden groß und dürfen jetzt in den Kindergarten. Für uns Mütter endet immer irgendwie etwas. Da haben es die Kinder doch definitiv besser. Meine Tochter hat auf die Frage, wie denn die neuen Erzieher im Kindergarten sind, sachlich geantwortet: Antje, Franzi und Corinna heißen jetzt neu „Pia“. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Aber es ist schön, zu sehen, dass Kinder es sich so einfach machen können und sich selber daher einen tollen Start ermöglichen können. Sie drücken irgendwie RESET.

Führt mich zu der Frage, was schenkt man Erzieherinnen zum Abschied: wir haben dieses Jahr aus unserem Heimaturlaub schönen Tee mitgebracht und als Nervennahrung ein Reagenzglas mit Schokolinsen. Abschiedsgeschenk für Erzieherinnen

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei der Kita am Campus bedanken. Ihr seid toll und wenn ich ein 4. Kind hätte, ich würde es sofort wieder bei Euch anmelden. http://www.kita-am-campus.de/Kita_am_Campus/KITA_am_Campus.html

 

Dann aber der Abend vor dem großen Tag:1. Kindergartentag

Ich habe alles vorbereitet, genauso wie es auf dem schönen Merkzettel aus dem Kindergarten steht:

Hausschuhe, gaaanz viele Umziehsachen, eine Tasche mit einem Frühstück, Gummistiefel, Matschhose sowie Schlafanzug und ganz wichtig Schnuller und der treue Freund „Tedde“, von dem ich Euch ja auch schon berichtet habe.In diesem Beitrag durfte Tedde ganz allein auf dem Spielplatz spielen.

Und natürlich die Einhorn-Kindergartentüte, von deren Bastelaktion ich euch ja schon erzählt habe. Gefüllt war die Tüte übrigens mit Gummibären, einem Buch und einem Fruchtquetsch sowie einem Traubenzuckerlutschi.

Mutig startet die kleine Maus in ihren ersten Tag. Mit den Schwestern zusammen und gerüstet mit der Kindergartentüte, die sie stolz in der Hand trägt, geht es los.1. Kindergartentag

Alles läuft gut. Die Fische werden begrüßt und es geht sogar ohne eine Träne. Mama wird verabschiedet und holt sie nach dem Mittag wieder ab.

Als ich sie abhole, hat sie nur ein Thema: Mama, ich bin doch kein Baby mehr, ich bin doch jetzt groß!

Entrüstet erzählt sie mir, dass ein Junge sie beim Spielen „Baby“ genannt hat und sie wohl daraufhin direkt zurück geschrien hat: „Ich bin kein Baby, ich bin ein großes Mädchen!“

Das beschäftigt sie noch den ganzen Nachmittag. Dieser Schritt, dass man in der Krippe die Größte ist und dann plötzlich am nächsten Tag irgendwo wieder die Kleinste, die sich durchsetzen muss, ist schon nicht ganz einfach. Zum Glück ist sie darin ja geübt und fast tagtäglich im Battle mit ihren großen Schwestern.

Auch jetzt sehe ich sie wieder im Garten spielen, wie sie von den Größeren an der Hand irgendwo hin gezerrt wird oder aber beim Klettern abrutscht. Gestern waren es schon 2 aufgeschlagene Knie, aber das gehört nun einmal dazu. DAS MUSS MAMA ABER ERSTMAL LERNEN!

Vor 2 Jahren war es  das gleiche Spiel. Ich habe immer einen Herzkasper bekommen, wenn meine Zwillis auf der Nestschaukel im 90 Grad Winkel standen. Aber ich habe mich dran gewöhnt und es wird auch wieder so sein.

Aber diesmal ist es irgendwie anders. Es kommt niemand mehr nach. Das ist dann doch irgendwie ein komisches Gefühl. Das Küken ist jetzt auch flügge.

Aber unser Kindergarten ist einfach unglaublich  toll. Er ist klein, familiär, wahnsinnig liebevoll und hat einen tollen Garten. Es gibt Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren zu ernten. Ein richtig toller Abenteuerspielplatz.

Ich freue mich schon wieder auf das Kartoffelfeuer Ende September, wo wir neben Kartoffeln auch wieder tolles Stockbrot machen.

Unser Kindergarten ist ein ganz Besonderer. Der Träger ist die Lebenshilfe und es ist ein integrativer Kindergarten. Dazu noch mehr und meine Gedanken pro und contra integrativen Kindergarten erzähle ich euch dann in einem der nächsten Berichte.

Ich freue mich zu hören, wie es Euch mit dem Übergang in den Kindergarten ergangen ist.

Eure Zwillingsmama Michi plus Eins

 

 

 

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