Von (subjektiver) Ungerechtigkeit // Die nicht „klonbare“ Mama

Kann das Thema Ungerechtigkeit bzw. das Empfinden einer Ungerechtigkeit eigentlich überhaupt objektiv sein? Frage ich mich gerade, nachdem ich die Überschrift verfasst habe. Wahrscheinlich eher nicht, denn jeder empfindet ja jede Handlung / Aussagen etc. des Gegenübers anders. Das hat sogar mit Tagesform zu tun oder mit dem, was gerade vorher geschehen ist.

Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Mama, nie hast du Zeit für mich

Kennt ihr diesen Satz auch? Er schmerzt und man weiß selber ganz genau, welches Gefühl das Kind damit meint. Den täglichen Spagat zwischen Job, Schule, Haushalt und Freizeitaktivitäten aller 3 Kinder. Oft genug hätte ich natürlich so gern viel mehr Zeit für jedes einzelne meiner 3 Kinder. Aber in der Realität geht es eben nur bedingt.

Aber ich weiß genau, was mein Kind bei diesem Satz in diesem Moment gerade fühlt.

„Mama, bei der Schwester bist du aber abends immer am längsten“.

Auch diesen Satz höre ich zur Zeit öfter mal von meinen Großen in Bezug auf die kleinere Schwester (4 Jahre).

Natürlich versuche ich dann zu erklären, dass das entweder nicht so ist oder aber warum es in dem Moment tatsächlich gerade so war aber auch ich bin traurig dabei, weil ich weiß, dass sie Recht hat. Ich kann es aber nicht ändern in dem Moment und ich möchte ihr trotzdem das Gefühl geben, dass ich sie sehr liebe und nicht weniger aber auch nicht mehr als die beiden anderen Schwestern.

 

Das 3-Kind-Dilemma

„Mama, bastelst du mit mir einen Drachen?“ fragt die Kleinste nach dem Kindergarten. Sie fragt es genau in dem Moment, in dem ich mit den Großen noch einmal die Hausaufgaben durchgehe und ich höre mich nur halb abwesend murmeln. „Gleich, mein Schatz.“

Danach verzieht sie sich entweder beleidigt in ihr Zimmer oder macht alternativ bewusst viel Lärm und Unordnung um uns herum, um die Aufmerksamkeit aber jetzt doch auf sich zu ziehen. Das Ende vom Lied ist dann natürlich, dass wir KEINEN Drachen mehr basteln und entweder sie selber, die Großen oder ich total entnervt aufgeben.

Neulich war ich mit einer meiner Zwillis beim Zahnarzt. Dort im Wartezimmer sagt sie zu mir: „Mama, ich geh so gerne mit dir zum Zahnarzt.“ Ich total überrascht: „Wirklich? Warum denn das?“ Meine Tochter antwortet: „Weil ich dich dann mal ein bisschen für mich allein habe.“ Uff…

Ich versuche ja schon abends bei jedem Kind noch allein zu sein und Ihnen auch die Möglichkeit zu geben mir unter 4 Augen zu erzählen, was an dem Tag so geschehen ist.

Aber im normalen Alltag schaffe ich es selten Freiräume dafür zu finden, dass ich wirklich längere Zeit mit nur einem Kind Zeit verbringe.

Wie macht ihr denn das? Wie seid ihr subjektiv für alle Kinder gerecht? Geht das überhaupt?

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, eure Zwillingsmama Michi

 

 

 

 

 

 

 

 

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