Mama, was bedeutet eigentlich Freundschaft? // Wenn Kinder sich gegenseitig erpressen

Genau diese Frage stellte mir heute meine 5 jährige Tochter und dann erzählte sie mir eine Begebenheit aus dem Kindergarten, die mir irgendwie zu denken gegeben hat und mich dazu bewogen hat ihr 1. etwas ganz Wichtiges in Bezug auf Freundschaft zu erklären und 2. diesen Bericht zu schreiben.

Normalerweise ist es ja immer irgendwie so, dass die Kinder authentischer sind als wir Erwachsene. Unverdorben irgendwie und auch unvoreingenommen. Sie sehen die Welt mit Augen, die einfach noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Kindlich naiv, wie man so schön sagt.

Aber sie haben ja immer uns Eltern dafür, dass wir auf sie aufpassen und dürfen ja sollten sogar bis zu einem gewissen Alter und Punkt eben genau so unbedarft und unbeschwert sein.

Oft sehe ich meine Kinder auch als Vorbilder für uns Große.

Mal wieder Kind sein

Heimlich wünschen wir uns das doch oft, wenn wir ehrlich sind. Keine Sorgen, keine Verpflichtungen, sondern einfach in den Tag hinein Leben und sich über einen krabbelnden Marienkäfer oder einen Regenwurm freuen. So lange wie man möchte. Darüber habe ich letztes Jahr schon einmal geschrieben, als ich in der Heimat an der Nordsee mit beiden Füßen tief im Matsch des Wattenmeeres stand. Ein tolles Gefühl!

Aber bei dem Thema Freunde, da fängt es früh an, dass Kinder uns Erwachsene als Vorbilder benötigen.

Viel zu schnell und mit nicht einmal 4 Jahren geht es dann los, dass das Wort Freundschaft auch in Verbindung mit Erpressung benutzt wird.

Kennt ihr auch solche Sprüche aus dem Alltag mit euren Kindern:

„Dann bist du nicht mehr mein Freund!?“

Dieser scheinbar lapidar hin geklatschte Satz eines anderen kleinen Mädchens aus der Kindergartengruppe brachte meine Tochter sehr zum Nachdenken und machte sie sehr traurig.

„Wenn du mir jetzt Dieses oder Jenes nicht gibst, schenkst oder ausliehst dann bist du nicht mehr meine Freundin/Schwester.“

„Wenn du jetzt nicht Puppe mit mir spielst, dann bist du nicht mehr meine Freundin/Schwester.“

Diese „Wenn-du-Sätze“ fallen leider unter meinen 3 Mädels zu Hause auch öfters mal.

Aber dieses Mal war es noch ein bisschen anders, da ging es mal wieder darum, dass ein Kind eine neues Spielzeug hatte. Meine Tochter fragte dann das Mädchen, dass mal wieder nicht ihre Freundin sein wollte, warum sie das gesagt hätte.

Dazu meinte das Mädchen, dass meine Tochter eben kein neues Spielzeug dabei hätte und deswegen würde sie jetzt nur noch mit dem anderen Mädchen spielen.

Ein ähnliches Beispiel war der Wackelzahn. Besagtes Mädchen war mal wieder nicht die Freundin meiner Tochter, da meine Tochter zu dem Zeitpunkt leider noch keinen Wackelzahn hatte aber ein anderes Mädchen schon, mit der sie dann lieber befreundet sein wollte. Kinder können ja so gemein sein und das schon in so jungen Jahren. Ich dachte immer, das würde erst in der Schule anfangen. Das kann ja noch lustig werden.

Die Kleinen merken noch gar nicht, was für ein Wort „Freundschaft“ sie da so achtlos als Drohung benutzen. Wie wertvoll echte Freundschaft noch werden wird.

Mit unserer Erfahrung wissen wir Erwachsenen das aber schon und jetzt liegt es an uns, Ihnen zu erklären, was Freundschaft wirklich bedeutet.

Dass es nicht um materielle Dinge oder Wackelzähne geht, sondern um so viel mehr.

Darum, dass man einen wahren Freund meistens erst erkennt, wenn man in einer Notlage ist und Hilfe braucht. „Gute-Zeiten- oder Schön-Wetter-Bekannte“ gibt es eine Menge, aber echte Freunde sind am Ende des Tages rar. Erst in schwierigeren Zeiten zeigt sich, wer wirklich zu euch steht und eure Freundschaft auch verdient.

Manchmal zeigt sich auch erst nach mehreren Jahren, dass Freunde, von denen Du dachtest, dass es echte sind, doch gar keine sind. Dieses Erfahrung musste auch ich leider schon in meinem Lebebn machen. Auf der anderen Seite gibt es Freunde, die weit weg wohnen und die man vielleicht nur ganz selten sieht oder spricht aber wenn dann wieder alles so ist, als hätte man sich grad gesehen, dann weiß man, dass es wahre Freundschaft ist.

Freundschaft hält viel aus und Freundschaft beschwert sich nicht, wenn sich jemand mal länger, aus welchen Gründen, einmal länger nicht meldet. Freundschaft ist auch keine Einbahnstraße. Freundschaft fragt nicht danach, was man für eine Leistung zurück bekommt. Echte Freundschaft ist bedingungslos.

Freundschaft ist Geben!

Freundschaft ist irgendwie, wie gemeinsam im Sommer mit Gummistiefeln im Planschepool zu stehen.

echte Freundschaft
echte Freundschaft

Daher ist es mir sehr wichtig, meinen Kindern früh beizubringen, was das Wort „echte Freunde“ und „echte Freundschaft“ bedeutet und dass man nicht einfach achtlos mit diesem Wort umgehen sollte.

Welche Werte vermittelt ihr euren Kindern und was ist euch wichtig?

Eure Zwillingsmama Michi

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