Wie jeder einfach wieder unbeschwert Kind sein kann, auch ihr!

Wie schön und unbeschwert war doch die Zeit als Kind.  Keine wirkliche Verantwortung, maximal für den Hasen oder Wellensittich, den im Notfall Mama gefüttert hat.

Keine Termine auf die wir keine Lust hatten. Von morgens bis abends einfach nur Spielen, Lachen,  sich schmutzig machen, fröhlich sein und Tun was man will! Ein Paradies. Aber wo ist das eigentlich geblieben, dieses Paradies???

Auf einmal ist man 6 Jahre alt und der Stress geht los. Schule, Hausaufgaben, Lernen und sonstige fixe Termine lösen das paradiesische Leben, das wir vorher hatten, in Luft auf. Und das Schlimmste daran ist, dass wir es im Jahr vorher noch nicht einmal geahnt haben.

Meine Zwillinge sind jetzt 4 Jahre und werden bald 5. Dieser Sommer ist ihr letzter Sommer bevor es dann im nächsten Jahr in die Schule geht. Nach diesen Ferien werden Sie plötzlich die Großen im Kindergarten sein, die Vorschulkinder! Uahhh, gruselig finde ich…wo ist die Zeit hin!?

Meine Kinder allerdings finden es toll, super und überhaupt. Ja natürlich, groß werden ist ja auch total toll! Am liebsten wollen sie jetzt schon in die Schule gehen. Sie trällern Lieder wie : „ ich bin schon groß, ich komm` jetzt in die Schule!“

Puh, da läuft mir immer etwas Gänsehaut über den Rücken und ich denke daran, wie stolz ich damals war, als ich in die Schule durfte. Heute denke ich mir dann immer: eigentlich war doch das letzte Kindergartenjahr das beste Jahr der Kindheit. Man ist eine von den Großen, darf viel mehr aber hat noch nicht den Druck, der dann in der Schule kommt. Schade, dass man das aber nicht weiß, wenn man erst 5 Jahre alt ist, sondern dafür erst 38 werden muss 🙂

Tja, vielleicht ist es aber auch genau deswegen gut so!

Auf einmal nehme ich Alles um mich herum wieder viel bewusster wahr. Ich lasse mich auf die Dinge ein, die meine Kinder sehen und versuche meine Blindheit (eine Mischung aus Realität, Erfahrungen und Fürsorge) zu überwinden. Ich sehe meinen Kindern zu, wie sie z.B. die Natur wahrnehmen. Sie sehen den Wolkenelefanten im Himmel oder jagen die kleine Ameise im Garten. Sie laufen einem bunten Schmetterling hinterher oder sammeln Gänseblümchen und bitten mich, daraus eine Kette zu basteln. Wow, so etwas habe ich bestimmt 25 Jahre nicht mehr gemacht. Ich sitze dann jetzt hier in der Heimat im hohen Norden, im Garten meiner Eltern und denke mir, warum eigentlich nicht! Und dann bastel ich mit meinen Mädchen tollen Schmuck aus Gänseblümchen. Ein Teil meiner Kindheit kehrt zurück und damit auch ein kleines Glücksgefühl an tolle Erinnerungen.

Ein weiterer Faktor ist natürlich, dass auch mein Playmobil aus den 80iger Jahren hier im Haus wahnsinnig viele Erinnerungen an meine Kindheit wach ruft. Ach, was habe ich meinen Playmobilzirkus geliebt…. Und die Schule…ach ja, da sind wir schon wieder beim Thema groß werden.wp-image--116942076

Aber zu Hause bei den Eltern ist und bleibt man ja auch immer ein bisschen Kind, oder!?

Mein Papa macht sich sogar Sorgen, wenn ich mit meinen älteren Cousinen ausgehe. Ich meine nicht damals sondern heute ;-). Und, wie gesagt, ich bin mit 38 bei Weitem die Jüngste von uns dreien. Sehr lustiges Gefühl, da bin ich immer gleich wieder 16.

Weiter geht es mit meiner Reise in eine unbeschwerte Zeit. Es geht mit meinem alten Fahrrad von früher, nun allerdings mit Fahrradanhänger, auf zum Strand. wp-image--1792990610Jetzt sind wir im Watt, einfach nur genial. Sich schmutzig machen wie man möchte. Im Matsch wühlen, buddeln, die Füße vergraben. „Oh herrlich!“ rufen meine Kinder und laufen quietschend durch das Watt und die Pfützen, dass es nur so vor Matsch spritzt! Ich denke mir: JAAA! Herrlich! So ist es. Einfach nichts machen und der bezaubernden Welt des Wattenmeeres zusehen. Hier buddelt ein Wattwurm da krabbelt ein Krebs.wp-image--1210731584

In der Ferne fahren die riesigen Containerschiffe vorbei und sehen wie Spielzeug aus. Diese Weite ist einfach atemberaubend. Dazu der kühle frische Wind, ein ganz großes Stück Heimat und Kindheit. Da fällt mir immer die Geschichte ein, wie ich selber mit ca. 2 Jahren mit Windel und Body im Watt stehe und da ein „Bisch“! (Schiff) schreie. Das erste Foto im Familienalbum zeigt genau die Szene, das nächste ein vorne schwarzes Kind voll Matsch. Was war passiert? Ich bin wohl zu schnell dem „Bisch“ hinterhergelaufen. Jaja, an solche Szenen oder auch das Schlammbaden mit meinen Cousinen erinnere ich mich immer wieder gerne. Auch bei 16 Grad Wassertemperatur waren wir immer im Wasser.  Heute würde man immer denken: ohje, hoffentlich wird das Kind nicht krank und hoffentlich sind keine Keime im Schmutz…Ach ja, nicht immer ist mehr Fürsorge heute besser….wp-image--357841692

Danach liege ich mit meiner 2 Jährigen auf einem Handtuch und wir lassen einfach die Füße in den Himmel baumeln. Wir sehen Möven, Drachen, Flugzeuge und Lachen über die lustigen Füße. UNBESCHWERTHEIT- nur ganz kurz….bis die Nächste mal Pipi muss, Hunger hat etc….wieder angekommen in der Realität einer 3-fach Mama. Aber die Zeitreise war toll und tat wahnsinnig gut!wp-image-1973043656

 Jeder von uns kann es, wenn er es möchte: Die Welt wieder mit den Augen der Kinder sehen und erleben. Wir müssen nur viel, viel genauer Hinschauen und vor allem Hin“fühlen“. Wir können es ganz sicher, denn wir waren alle einmal Kind und hatten diese Fähigkeit!

Ihr Lieben, geht raus und versucht es doch gleich einmal. Holt mal wieder das Kind in Euch raus oder macht etwas anderes ganz Verrücktes!

Habt ihr es schon probiert? Ich freue mich über Eure Erfahrungen zu dem Thema.

Ich sende Euch windige und frische Grüße von der Nordsee, Eure Zwillingsmama plus Eins

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s